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Temperaturgeführte Transporte: Panalpina rüstet sich für Nachfrageanstieg

14.08.2012

Ein Fünftel von Panalpinas Fracht auf bestimmten Routen des eigenen Luftfrachtnetzes sind mittlerweile temperaturempfindliche Waren. Jeder temperaturgeführte Transport wird mit Funkerkennungssensoren (RFID, Radio Frequency Identification) versehen – wenn gewünscht von der Annahme bis zur Auslieferung an den Endkunden. Die Nachfrage nach solchen Sendungen nimmt nicht nur in der Pharmaindustrie zu. Panalpina baut daher ihr Kühlkettennetzwerk mithilfe der SmartView-Technologie aus, um eine nahtlose Überwachung, Kontrolle und Dokumentation sicherzustellen. SmartView wird auch in die IT-Plattformen des Unternehmens integriert, damit grösstmögliche Transparenz gewährleistet werden kann.

Im ersten Halbjahr 2012 machten temperaturgeführte Transporte 20% von Panalpinas Luftfracht auf der Route Luxemburg-Huntsville aus. Panalpinas Aufstellung im Bereich der temperaturgeführten Transporte ist dank ihres eigenen Luftfrachtnetzes einzigartig. „Wir sind viel näher an der Fracht dran. Wir kontrollieren Flugzeuge auf bestimmten Routen und wir gestalten und überwachen die Prozesse am Boden. So bieten wir die grösstmögliche Kontrolle von Tür zu Tür“, erklärt Matthias Frey, Leiter des eigenen Luftfrachtnetzes von Panalpina.

 

Proaktive Überwachung, Kontrolle und Dokumentation von Tür zu Tür

Im Rahmen des PanCool-Programms hat Panalpina in den letzten Jahren ein proaktives Überwachungs-, Kontroll- und Dokumentationssystem für Tür-zu-Tür-Lieferungen von temperaturempfindlicher Fracht eingeführt. Panalpinas neue Flaggschiffe, die beiden einschliesslich Besatzung gemieteten (Wet-Lease) 747-8-Frachtmaschinen von Boeing, sind die jüngsten und markantesten Investitionen in den Aufbau eines globalen, hochmodernen Kühlkettennetzwerkes. Die Flugzeuge von Panalpina, die sogenannten Cool Planes, können gleichzeitig unterschiedliche Temperaturspannen halten, z.B. eine Spanne von 2 bis 8 Grad Celsius (Kühlkette) und eine von 15 bis 25 Grad Celsius (kontrollierte Raumtemperatur).

 

„Wir haben stark in Technologie, Ausrüstung und Ausbildung unserer Mitarbeitenden investiert. Wir hatten ein offenes Ohr für unsere Kunden und haben ihre Anregungen in funktionierende und überprüfbare Prozesse umgesetzt. Zudem haben wir Tausende temperaturgeführte Transporte durchgeführt und so viel Erfahrung gesammelt“, sagt Thomas Berger, Global Head of Industry Vertical Healthcare bei Panalpina. „All das hat dazu beigetragen, dass wir sehr stabile und verlässliche Ergebnisse erzielen und es erklärt auch, wieso auf bestimmten Routen von Panalpina mittlerweile jedes fünfte Kilogramm auf temperaturempfindliche Fracht entfällt.“

 

Der grösste Teil dieser Güter kommt von der Pharmaindustrie, doch auch in anderen Bereichen wächst die Nachfrage nach temperaturgeführten Transporten. Zu den Produkten, die in einer temperaturkontrollierten Umgebung befördert werden, gehören unter anderem Pharmazeutika, chemische Vorprodukte, Gefahrgüter, Hightech-Wafer und sogar Druckmaschinen sowie Testwagen oder Prototypen für den Automobilsektor.

 

3000 temperaturgeführte Sendungen seit Einführung von SmartView

Panalpina hat sich ein profundes Know-how in Bezug auf Kühlketten angeeignet. Seit der Einführung von SmartView hat die globale Anbieterin von Supply-Chain-Lösungen über 3000 temperaturgeführte Sendungen überwacht und dokumentiert. SmartView ist eine preisgekrönte Lösung zur Kühlkettenoptimierung, ein Temperaturkontrollsystem, das auf Funkerkennungstechnologie (RFID, Radio Frequency Identification) basiert. Panalpina setzt sie in ihrem eigenen Luftfrachtnetz ein. Zur Kühlkettenlösung gehört ein integriertes Kontrollzentrum, um temperaturempfindliche Waren über die gesamte Lieferkette hinweg zu verwalten. Die Temperaturen können in der Luft dokumentiert sowie in den Transitlagern und auf der Strasse aktiv überwacht werden. Im Falle von Temperaturabweichungen, kann Panalpina intervenieren.

 

Aufzeichnungen im 15-Minuten-Takt

Die aktiven RFID-Sensoren des SmartView-Systems werden an der Fracht angebracht, wo sie alle 15 Minuten die Umgebungstemperatur aufzeichnen. Aus Sicherheitsgründen werden die aufgezeichneten Daten nicht unmittelbar während des Flugs an die zentrale Datenbank übermittelt. Die Funksignale könnten die technischen Systeme des Flugzeugs stören. Doch sobald die Fracht aus dem Flugzeug entladen wird und sich in der Nähe eines Routers befindet, werden die Daten automatisch übermittelt und in die Datenbank aufgenommen. Die Router von Panalpina befinden sich in der Regel in den Transitlagern der Flughäfen. Mit RFID-Sensoren derselben Art wird zudem die Umgebungstemperatur zweckbestimmter Kühlzellen in den Räumlichkeiten von Panalpina überwacht – ebenfalls rund um die Uhr alle 15 Minuten.

 

Auf Wunsch wird die Temperaturüberwachung der Luftfracht auf den Strassentransport im Vor- und Rücklauf ausgedehnt. „Die Kunden unseres eigenen Luftfrachtnetzes bestimmen, was sie brauchen. Wenn sie eine End-to-End-Überwachung benötigen, bekommen sie diese auch“, erläutert Daniel Lutz, der für die Aktivitäten am Hub in Luxemburg verantwortlich ist. Beim Strassentransport kombiniert Panalpina die aktiven RFID-Sensoren mit der GPRS- und GPS-Technologie, um etwaige zusätzliche Anforderungen bei der Überwachung zu erfüllen, z.B. in Bezug auf relative Feuchtigkeit, Erschütterungen, Licht, Luftdruck oder Standort.

 

Netzwerkerweiterungen und Live-Visibilität für Kunden

Panalpina führte die SmartView-Technologie erstmals im November 2009 an seinem Luftfracht-Hub in Luxemburg ein. Dieser Hub ist seit Juni 2010 auch offiziell GDP-zertifiziert (Good Distribution Practice). Mittlerweile hat Panalpina sechs weitere Flughafenanlagen mit SmartView ausgestattet. Die wachsende Nachfrage nach temperaturgeführten Transporten und die Erfolge von Panalpina in diesem Bereich erfordern zusätzliche Netzwerkerweiterungen. Panalpina rüstet kontinuierlich die strategischen Anlagen innerhalb des eigenen Netzwerks mit der Technologie auf. „Pudong in Shanghai, Viracopos in São Paulo und Dubai World Central sind nur einige der Flughafenanlagen, die weit oben auf unserer Prioritätenliste stehen“, so Matthias Frey.

 

Panalpina arbeitet auch an einer Lösung, um den Kunden einen direkten Zugang zur Temperaturüberwachung individueller Sendungen zu verschaffen. „Die Integration der SmartView-Technologie in unsere IT-Plattformen stellt einen wichtigen Schritt innerhalb unseres PanCool-Programms dar. Über eine spezielle Website können wir weltweit auf die reichlich vorhandenen Daten zugreifen. In naher Zukunft werden unsere Kunden über PanTrace, unser System zur Sendungsverfolgung, direkt auf diese Informationen zugreifen können. Unsere Kunden erlangen so bei ihren temperaturgeführten Sendungen Live-Visibilität auf End-to-End-Basis – zu jeder Zeit und an jedem Ort“, fügt Frey an.

 

Über Panalpina

Die Panalpina Gruppe ist eine der weltweit führenden Anbieterinnen von Supply-Chain-Lösungen. Das Unternehmen kombiniert seine Kernprodukte Luftfracht, Seefracht und Logistik zu global integrierten, massgeschneiderten End-to-End-Lösungen. Mit fundierten Branchenkenntnissen und kundenspezifischen IT-Systemen kann Panalpina selbst auf die anspruchsvollsten Bedürfnisse ihrer Kunden und deren Lieferketten eingehen. Die Panalpina Gruppe betreibt ein weltweites Netzwerk mit rund 500 eigenen Geschäftsstellen in mehr als 70 Ländern und arbeitet in weiteren 90 Ländern mit Partnern zusammen. Panalpina beschäftigt weltweit mehr als 16 000 Mitarbeitende, die einen umfassenden Service nach höchsten Qualitätsstandards liefern – überall und jederzeit.